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Das EU-Projekt SECOND CHANCE beschäftigt sich mit der Entwicklung von ehemals industriell genutzten Brachflächen, die mit Unterstützung von Kunst und Kultur revitalisiert werden sollen. Ziel ist, für das jeweilige Gebiet neue Nutzungsformen zu identifizieren, im europäischen Kontext verallgemeinerbare Nutzungskonzepte und Finanzierungsinstrumente zu erarbeiten und erste Umsetzungsschritte zu entwickeln, die dann auf andere europäische Städte übertragbar sind. Die Strahlkraft von Kunst und Kultur soll dabei die Ansiedlung von Wirtschaftsbetrieben und eine vielseitige Nutzung durch alle Bevölkerungsschichten fördern.
SECOND CHANCE wird dafür innovative und integrierte Handlungsansätze für die Revitalisierung zentrumsnaher Industriebrachen demonstrieren. Hierzu werden folgende Ergebnisse angestrebt:
• Identifizierung neuer Nutzungsformen unter europaweiter Auswertung guter Beispiele („best practices“)
• Aufstellung von langfristigen Nutzungs- und Finanzierungskonzepten für alle fünf Standorte der Projektpartnerschaft unter Berücksichtigung möglicher privat-öffentlicher Partnerschaften (PPP)
• Ableitung eines verallgemeinerbaren Leitfadens für weitere Standorte in den beteiligten Städten und darüber hinaus
• Umsetzung erster investitionsvorbereitender Maßnahmen
• Öffentlichkeitsarbeit zur Herausstellung des entwickelten Ansatzes und der fünf Standorte
• fortlaufender Austausch unter den Projektpartnern
In Nürnberg werden die Projektpartner MIB und Stadt Nürnberg aus dem EU-Programm mit 485.000 € gefördert, die Kosten betragen für den Projektzeitraum von dreieinhalb Jahren insgesamt knapp 650.000 €. Der Fokus ist dabei auf das ehemalige AEG Gelände in Muggenhof gerichtet. Gemeinsam mit dem Partner MIB wird die Stadt Nürnberg „Auf AEG“ für die Einrichtung einer „Kulturwerkstatt“ einen verallgemeinerbaren Leitfaden erarbeiten. Im Rahmen des Projektes ist auch die Erstinvestition in einen multifunktionalen Saal vorgesehen, der für theaterpädagogische Arbeit und als Veranstaltungsraum genutzt werden kann.
Für die Stadt Nürnberg plant das Amt für Kultur und Freizeit den Aufbau der neuen Kultureinrichtung. Es ist vorgesehen, dass im Rahmen der Kulturwerkstatt das Centro Español sowie die neue Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik (ein gemeinsames Projekt der Universität Erlangen-Nürnberg, des Freistaates Bayern und der Stadt Nürnberg) auf dem ehemaligen AEG-Gelände eine neue Heimat finden.
Zehn Partner aus vier Ländern sind am Projekt SECOND CHANCE beteiligt. Das sind neben Nürnberg die Städte Leipzig, Ljubljana, Krakau und Venedig.
In Leipzig entwickelt die Halle 14 e.V. zusammen mit dem Partner Aufbauwerk Region Leipzig die Ergänzung der Ausstellungsflächen auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei um Ateliers für Künstlerinnen und Künstler zu schaffen. Der komplexe Erhaltungsgrad der historischen Bausubstanz der Leipziger Baumwollspinnerei hat nach dem Niedergang der Baumwollgarnproduktion in den frühen 1990iger Jahren eine langsame aber kontinuierliche Wiederbelebung der Fabrik durch neue und kulturelle Nutzungen ermöglicht. Diesen Prozess ergänzt die Halle 14 e. V. seit 2002 mit ihrem gemeinnützigen Engagement für die zeitgenössische Kunst.
In Venedig plant die Stadt Venedig zusammen mit der Arsenale Entwicklungsgesellschaft die Einrichtung einer dauerhaften Ausstellungsfläche im renovierten Turm des „Puorta Nuova“ im nördlichen Teil des Areals. Das Arsenale Gelände umfasst insgesamt 48 Hektar und ist mit Ausnahme der Verwendung einiger Gebäude zur Biennale und für Theater- oder Balletaufführungen weitgehend ungenutzt. Ziel ist es, auf dem Gelände ein dauerhaftes kreatives und kulturelles Zentrum zu etablieren.
In Krakau befindet sich im Stadtteil Kazimierz in einem ehemaligen Bus- und Straßenbahndepot das Museum für kommunale Industrietechnik. Die Stadt Krakau plant hier zusammen mit dem Museum die Ausweitung der kulturellen Aktivitäten. In einem ersten Schritt ist die Erweiterung der Freiflächen des Museums zu einem Forum für Kultur und Kommunikation vorgesehen. Die Außenfläche soll für Ausstellungen, Versammlungen, Veranstaltungen und Workshops nutzbar gemacht werden.
In Ljubljana wird die ehemalige Fahrradfabrik ROG im Zentrum der Stadt seit wenigen Jahren von kulturellen Initiativen genutzt. Die Stadt Ljubljana und die Museen und Galerien von Ljubljana planen eine vollständige Renovierung des Areals für kulturelle und soziale Nutzungen. In einem ersten Schritt ist die Einrichtung von Ausstellungsflächen und Ateliers vorgesehen. Auf dem 7000 m² großen Gelände können dann in den nächsten Jahren Zug um Zug zahlreiche Räume von Künstlerinnen und Künstlern sowie Kreativschaffenden genutzt werden.
Die Stadt Nürnberg ist für alle beteiligten Städte der federführend zuständige Partner (sog. „Leadpartner“). Im Auftrag der Stadt übernimmt das Amt für Kultur und Freizeit die vertragliche Vertretung gegenüber dem Programm „CENTRAL EUROPE“. Das Budget des gesamten Projektes beträgt 2.882.700 €, gefördert werden von „CENTRAL EUROPE“ 2.269.080 €.
Das INTERREG IV B Programm Mitteleuropa (Central Europe) ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den mitteleuropäischen Ländern. Schwerpunkte der Förderung betreffen den Bereich der Innovationen, der Erreichbarkeit und der Umwelt sowie der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität von mitteleuropäischen Städten und Regionen. Im Rahmen von INTERREG IVB Mitteleuropa werden finanzielle Mittel in Höhe von 231 Millionen Euro aufgewendet, um Projekte für die transnationale Zusammenarbeit zu unterstützen. Beteiligen an diesem Programm können sich öffentliche und private Organisationen aus Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien und der Ukraine.
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Second Chance wird im Rahmen des "Central Europe Programme", finanziert durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, umgesetzt.
Das Projekt wird zusätzlich gefördert mit Bundesmitteln im Rahmen des „Bundesprogramms transnationale Zusammenarbeit“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).
Kontakt: thomas.mueller(at)stadt.nuernberg(dot)de
Weitere Informationen: SECOND CHANCE





