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Friedenstafel

Zeichen setzen für Frieden und Menschenrechte

Elf Jahre ist es her, dass Nürnbergs Bürgerschaft zum Auftakt des 950. Stadtjubiläums mit der längsten Friedenstafel der Welt ein überwältigendes und eindrucksvolles Zeichen für Frieden, Toleranz und die Achtung der Menschenrechte setzte. Vor drei Jahren, im September 2007, knüpften das Menschenrechtsbüro und das Amt für Kultur und Freizeit an dieses Ereignis an und machten das Bürgerfest zur Verleihung des Menschenrechtspreises wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten.

Auch dieses Mal saßen an der langen, wieder festlich geschmückten Tafel, Nürnbergerinnen und Nürnberger aus allen Gruppen der Bevölkerung von 13 bis 17 Uhr zusammen, aßen gemeinsam, diskutierten, feierten und demonstrierten damit Toleranz und friedliches Miteinander in kultureller Vielfalt. Die Gäste der Friedenstafel, die sich vom Kornmarkt zum Hallplatz und entlang der Kurt-Schumacher-Straße zum Jakobsplatzerstreckte, konnten sich Speis und Trank mitbringen oder sich an Essens- und Getränkeständen versorgen.

Mit lateinamerikanischen Rhythmen eröffnete die Sambagruppe der Musikschule Nürnberg das Bürgerfest. Danach unterhielt ein mobiles Kulturprogramm die Gäste entlang der Tische. Die Musiker spielten unverstärkt, als Duo oder Trio, und wechselten zwischen fünf Bühnenpunkten.

Der Preisträger selbst konnte nicht an der Friedenstafel teilnehmen, da ihm die iranischen Behörden die Ausreise verweigerten. Wenige Minuten vor Abflug entzogen sie ihm am Teheraner Flughafen den erst kürzlich ausgestellten Pass. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Nürnberger Friedenstafel unterzeichneten eine Resolution gegen dieses Ausreiseverbot und protestierten, wie die Redner des Festaktes im Opernhaus, in aller Schärfe gegen diese behördliche Willkür gegenüber dem Preisträger. Stellvertretend ging seine Ehefrau Masoumeh Dehgan gemeinsam mit Ulrich Maly an der Tafel entlang und sprach mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern.

Zum Abschluss trugen auch 2009 viele tausend Luftballons den Gedanken von Frieden und Menschenrechten hinaus und kündeten von der Nürnberger Friedenstafel. Übrigens flossen die Einnahmen des Luftballonverkaufs und der Reservierungsgebühr in ein Projekt des Preisträgers.

Die nächste Friedenstafel findet voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober 2011 statt.